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Artemis

D I E  A R T E M I S  V O N  P O M P E J I

und die Entdeckung der Farbigkeit
griechischer Plastik


vom 02. Dezember 2011 bis 18. März 2012

Artemis


Im Zentrum der Ausstellung steht eine farbig gefasste Marmorstatue aus Pompeji, heute im Archäologischen Nationalmuseum Neapel, einer Statue aus der frühen römischen Kaiserzeit, die ein griechisches Werk der Spätarchaik um 480 v. Chr. nachbildet. Diese Statue einer Artemis wurde 1760 in Pompeji ausgegraben, zwei Jahre später hat Winckelmann sie im Museum in Portici 1762 gesehen und untersucht.
Winckelmann hatte die Farbreste an der Marmorplastik genau beobachtet und detailliert beschrieben. Dass Marmorplastik in der Antike farbig war, hatte er durch Erwähnungen der antiken Schriftsteller bereits festgestellt. Die Artemisstatue hatte er aber aufgrund des "archaischen" Lächelns, das er noch nicht einordnen konnte, für etruskisch gehalten. Erst Münzen aus den griechischen Kolonien, etwa aus Syrakus, ließen Winckelmann erkennen, dass es sich bei dem Lächeln um ein spezifisches Merkmal der frühen griechischen Kunst handelte. Damit war für ihn der Weg frei, die Artemis als wichtigster erhaltener Beleg für die Farbigkeit griechischer Marmorplastik zu erkennen. Sehr anschaulich legt der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Oliver Primavesi (München) Winckelmanns wissenschaftliche Arbeitsweise und seinen Erkenntnisgewinn bei der Untersuchung der Artemis dar. Ermöglichst wurde dies durch bis vor kurzem unveröffentlichte Manuskripte Winckelmanns, die die von der Winckelmann-Gesellschaft und der Mainzer Akademie der Wissenschaften herausgegebene historisch-kritische Winckelmann-Ausgabe (bisher sind 12 Bände erschienen) veröffentlicht wurden.
Der Artemis aus Pompeji steht eine „zweite Artemis“ in Stendal gegenüber, an der die originale Farbigkeit rekonstruiert wurde. Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen und Ergebnisse ihrer Farbigkeit werden im Katalog ausführlich von Dr. Ulrike Koch-Brinkmann beschrieben. Ergänzt wird die Ausstellung durch weitere Farbrekonstruktionen bedeutender griechischer Werke, die in jüngster Zeit von den Team um Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann (Frankfurt a.M.) dank computergesteuerter Ausformungen möglich wurden. Dazu zählt etwa die Farbrekonstruktion der archaischen Mädchenstatue aus Chios, die im Akropolismuseum Athen aufbewahrt wird. Auch sie wird in der Ausstellung im Winckelmann-Museum erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.


Artemis Rekonstruktion


Der »Katalog zur Ausstellung ist in unserem Shop erhältlich.

Ausstellungskatalog Die Artemis von Pompeji



WINCKELMANN IN DEN VESUVSTÄDTEN

Vorträge im Winckelmann-Museum zur Ausstellung
„DIE ARTEMIS VON POMPEJI“
Programm Dezember 2011 und Januar 2012


4.1.2011, 18.30 Uhr
1738: Die Entdeckung des antiken Herculaneum

Wie in einem Bergwerk grub man sich an die antike Stadt am
Golf von Neapel heran: Man entdeckte das Theater mit reichen
Skulpturen, die Basilika mit überraschenden Wandmalereien
und eine der reichsten Privatvillen: Die Villa dei Papiri mit einer
Bibliothek mit hunderten verkohlten Papyri. Winckelmann
besuchte diese Ausgrabungen und berichtete in zwei Büchern
erstmals ausführlich über diese sensationellen Ausgrabungen.

Dr. Axel Rügler, Berlin/Stendal

12.1.2012, 18.30 Uhr
Ein Finger für die Artemis von Pompeji

Bei Nachgrabungen in dem Haus in Pompeji, wo sich der Schrein
der Artemis befand, wurden noch ein Finger der Artemis entdeckt.
Dieser ist in Gips abgeformt worden und soll nun in einer
gemeinsamen Aktion der farbigen Rekonstruktion der Artemis
angepasst werden. Neben Ausführungen zur Farbgebung antiker
Plastik kann man an zwei Beispielen die Herstellung der „Bunten
Götter“ verfolgen.

Dr. Ulrike Koch-Brinkmann, Frankfurt a.M. und
Dipl. Restauratorin Jorun Ruppel, Göttingen


25.1.2012, 18.30 Uhr
1748: Entdeckung von Pompeji: Winckelmann und die
Anfänge der Ausgrabungen

„Seit zwey Jahren sind zu Pompeji mehr Entdeckungen gemacht,
als zwanzig Jahr vorher, weil man izto in der Stadt selbst gräbt,
wo zwey prächtige Wohnungen völlig aufgedeckt liegen ...“ berichtet
Winckelmann in einem Brief aus dem Jahr 1764. In den vom
Vesuv verschütteten Städten gewann man ein authentisches Bild
vom Leben in einer römischen Stadt und seiner Heiligtümer, was
Winckelmann lebendig schilderte.

Prof. Dr. Max Kunze, Berlin/Stendal

15.2.2012, 18.30 Uhr
Der Schrein der Artemis von Pompeji und die
anderen Heiligtümer der Stadt

Bei dem von Winckelmann beschriebenen „kleinen Tempel“
der Artemis handelt es sich um einen Schrein eines Hauses. Als
Winckelmann die Pompeji 1762 besuchte, waren die Reste des
Schreins schon wieder zugeschüttet. Der Vortrag gibt einen Überblick
zu den Heiligtümer der Stadt und anderen religiösen Orten.

Dr. Stephanie-Gerrit Bruer, Stendal


Weitere Vorträge:

7.3.2012, 18.30 Uhr
Ausgraben – Funde – Zerstörung
Die frühen Ausgabungen in Pompeji und Herculaneum


18.3.2012, 15.30 Uhr
Bausteine der Kunstgeschichte
Herculanische und pompejanische Funde in Winckelmannns Werk



SONNTAGSFÜHRUNGEN IN DER AUSSTELLUNG


18.12.2011, 15.30 Uhr
Führung: Die Entdeckung der Artemis in Pompeji und die
Ausgrabung ihres Schreins

Dr. Stephanie-Gerrit Bruer

2. Weihnachtsfeiertag: 26.12.2011, 15.30 Uhr
Führung: Das Lächeln der Artemis
Eine Irritation für Winckelmann?

Dr. Stephanie-Gerrit Bruer

26.2.2011, 15.30 Uhr
Führung: Der weiße Marmor – Ein Missverständnis des Klassizismus:
Winckelmann und die Farbigkeit der griechischen Plastik

Prof. Dr. Max Kunze

Ausstellungshinweise:
Landesausstellung „Pompeji – Nola – Herculaneum. Katastrophen
am Vesuv“ vom 9.12.2011 bis 8.6. 2012

im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle

Besuchen Sie auch unsere Ausstellung für Kinder:
„Unter dem Vesuv“
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