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Sonderausstellungen
ERINNERUNG ÄGYPTEN

Frühe Photographien, Lithographien, Stiche und Karten
aus der Sammlung Dan Kyram, Jerusalem


Eine Ausstellung vom 26. Juni bis 5. September 2010
im Winckelmann-Museum

Giza, Aufstieg auf die Cheops-Pyramide

Die Ägyptenexpedition Napoleon Bonapartes 1798 bis 1801 löste in Europa eine wahre „Ägyptomanie“ aus. Ein Strom Forschungs- und wohlhabender Privatreisender begann Ägypten zu erkunden. Prachtbände mit Lithographien und Stichwerken dokumentieren die Wiederentdeckung der alten Kulturen, wie der Band „Nubia & Egypt“ von David Roberts. 1840, wenige Monate nach der öffentlichen Vorstellung der fotografischen Methode, reisten erste Fotografen in das Land am Nil. Darunter finden sich bekannte Namen wie Pascal Sébah in Kairo, Felix Bonfils in Beirut oder Antonio Beato in Kairo und Luxor. Mit dem Vertrieb ihrer Bilder förderten sie die europäische Ägyptensehnsucht. Als Erinnerungsbilder erfreuten sich Abbildungen von historischen Stätten, Portraits von Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen oder als typisch empfundene Berufe der Orientalen, arrangierte Aufnahmen von „Straßenszenen“ und Bildnisse orientalischer Frauen großer Beliebtheit. Gleichzeitig waren die Bilder von wissenschaftlicher Bedeutung, etwa für die begleitende Dokumentation von Forschungsreisen. Uns sind zahlreiche Detailaufnahmen von Meisterwerken der altägyptischen Architektur erhalten, die von den Pionieren der Photographie signiert, datiert und beschriftet wurden. Die Ausstellung dokumentiert zum einen die Reisetätigkeit, die sich in Ägypten entfaltete, zum anderen bezeugen die Stiche, Lithographien und Fotos einen Zustand der Kulturdenkmäler, der heute zum Teil unwiederbringlich verloren ist.

Ein Geistlicher beim Rauchen einer Goza-Pfeife

Insgesamt sind bis zum 5. September 2010 mehr als 100 Photographien, Lithographien, Stiche und Karten sowie circa 15 altägyptische Figuren und Figurinnen aus der Sammlung von Sven-Olaf Hoffmann zu sehen.

Das Programm zur Ausstellung finden Sie
»hier...

Katalog Erinnerung Ägypten

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit 176 Seiten und 162 Farbabbildungen, zum Preis von 38 EUR im Buchhandel (19 EUR für Mitglieder der Winckelmann-Gesellschaft) in unserem Shop, erhältlich.
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Anny Schröder - Griechische Visionen

Auf der Suche nach kultureller Identität
zwischen Naziterror und Wirtschaftswunder


Eine Ausstellung vom 12. Juni bis 5. September 2010
im Winckelmann-Museum

Das himmlische Saitenspiel

Eine fast in Vergessenheit geratene Künstlerin, graphische Arbeiten, die durch ihre hohe Kunstfertigkeit bestechen, ein Leben zwischen Boheme, Krieg und Elend – das Leben der Anny Schröder. Mit Holz- und Bleidrucken und einfachen Mitteln, wie Bleistift, Feder und Tinte erweckte sie mythologische Figuren des klassischen Altertums und Romangestalten der Neuzeit zu neuemLeben. Zum ersten Mal ist nun ein Überblick über das Gesamtwerk der Grafikkünstlerin im Winckelmann-Museum in Stendal zu sehen. Dabei steht weniger die Frage der neuen Erfi ndung von Bildmotiven im Vordergrund, sondern vielmehr ihre künstlerische Arbeitsweise. Einen Einblick in ihr künstlerisches Arbeiten vermitteln neben ihrem persönlichen Handwerkszeug, wie Federn, Aquarellkasten, Blei- und Holzdruckstöcke, Grabsticheln und Andrückwalzen, die Bearbeitung der Bildmotive von der Grobskizze über die genaue Vorzeichnung bis hin zum Holz- oder Bleidruck. Eine Auswahl dieser Skizzen ist in der Ausstellung vertreten.
Die Graphikerin Anny Schröder, 1898 in Wien geboren und 1972 in Bad Segeberg verstorben, war und ist bislang eine weitgehend vergessene Künstlerin. Die Fachliteratur kennt sie kaum. Gelegentlich taucht ihr Name als Marginalie der Wiener Werkstätte für Kunsthandwerk auf. Insofern konnte man ihr bisher nur zufällig begegnen. Zu Lebzeiten erhielt sie die verdiente Anerkennung als Künstlerin lediglich über ihre Holzdruckserie mit 27 Blättern zu den „Griechischen Visionen“, die Winckelmann-Museum zu sehen ist. Weitere Serien zur „Theogonie“ und zur „Apokalypse“ folgten, die aber entgegen den „Griechischen Visionen“ zu Schröders Lebzeiten nicht publiziert wurden. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich vorwiegend mit der Illustration von Büchern durch Holz- und Bleischnitte. Zu nennen sind an dieser Stelle die Illustrationen zu der 1933 in deutscher Sprache erschienen Ausgabe von Paul Claudes „Der seidene Schuh“, Charles de Costers „Ulenspiegel“ von 1943 und Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ von 1940. Zahlreiche Druckarbeiten zu nicht weniger zahlreichen Gesellschaftsromanen folgten.
Apokalypse

Insgesamt sind in der Ausstellung bis zum 5. September 2010 etwa 100 Druck- und Bleistiftarbeiten, Federzeichnungen sowie zahlreiche Arbeitsmaterialien der Künstlerin zu sehen.

Katalog Anny Schröder

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit 64 Seiten und 128 s/w-Abbildungen, zum Preis von 14 EUR in unserem Shop, erhältlich.
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