(22.5.2005 - 26.06.2005)
Hans Schulze, 1904 in Schlesien geboren und 1982 in Leipzig gestorben, wurde an den Kunstakademien von Breslau (in der Klasse von Alexander Kanoldt) und Wien (Abendakt bei H. Boeckl) ausgebildet. Nach beachtlichen neusachlichen Anfängen widmete er sich einem jahrzehntelangen, intensiven Natur- und Landschaftsstudium, um erst in seiner letzten Lebensphase aus den erkannten Gesetzmäßigkeiten der Natur seinen unverwechselbaren Altersstil frei von jedem Objektzwang zu entwickeln. Befördert durch Dichtung und Philosophie entstehen zu allegorischen und mythischen Bildthemen ungewohnte Milieus, die den überraschten Betrachter fesseln und zum Meditieren veranlassen.
Die Ausstellung verfolgt das Ziel, überwiegend an Hand von Zeichnungen aus dem Nachlaß des Künstlers, die Entstehung dieser späten Arbeiten technisch und geistig verständlich werden zu lassen. Zugleich soll hier am Werk eines Repräsentanten der nachexpressionistischen Künstlergeneration und eines verantwortungsvollen Kunstpädagogen der Leipziger Universität augenfällig werden, daß Isolation und fehlende Publizität intellektuelle und künstlerische Potenz auch beflügeln können. Das Winckelmann-Museum möchte mit dieser Ausstellung das Andenken eines deutschen Malers aus der vernachlässigten Generation der um 1900 Geborenen neu beleben.