Joachim Dunkel - Figur und Götterwelt
Zeichnung – Plastik – Holzschnitt
Im Herbst 2009 zeigt das Winckelmann-Museum eine Auswahl aus dem Werk des Berliner Bildhauers und Zeichners Joachim Dunkel (1925-2002), den zeitlebens die Figuren der griechischen Götterwelt begleiteten.
Minotaurus (1987)
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges besuchte der junge Künstler zunächst die Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, bevor er 1949 – wie seine Lehrer Bernhard Heiliger und Eva Schwimmer – nach Westberlin übersiedelte, um sein Studium an der Hochschule für bildende Künste (heute Universität der Künste) fortzusetzen. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Künstler und Meisterschüler Bernhard Heiligers nahm 1974 selbst einen Ruf als Professor an der Hochschule für bildende Künste an.
Im Mittelpunkt von Dunkels Schaffen steht die menschliche Figur. Neben dem weiblichen Körper, dem ein eigener Raum gewidmet ist, sind es oftmals Mischwesen aus der griechischen Mythologie – hier sind es allein männliche! – die seine zeichnerische und bildnerische Phantasie beflügeln: So lässt sich die Figur des Minotaurus, in der man ein Alter Ego des Künstlers vermuten kann, über mehrere Jahrzehnte durch sein Werk verfolgen. Während ein Raum diese Doppelnaturen fokussiert, zeigt ein dritter eine Auswahl aus dem Werkkomplex „zu: Troja“, in dem sich der Künstler vor dem Hintergrund der politischen Aktualität – der Balkankriege der 1990er Jahre – mit dem Homerischen Epos auseinandersetzt. Doch nicht als Illustration der antiken Mythen will seine künstlerische Arbeit verstanden werden, sondern als Verkörperung menschlicher Gefühlszustände und Verhaltensmuster.
Achilles und Hektor (1999)
Ergänzend zu den plastischen und graphischen Arbeiten im Haus wird eine lebensgroße Bronze im Museumshof gezeigt, die für die Dauer der Ausstellung in einen optischen Dialog mit unserem Nachguss des sitzenden Hermes aus Herculaneum tritt.