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Götzen, Götter und Idole
GÖTZEN, GÖTTER und IDOLE

Eine Ausstellung vom 18. September bis 21. November 2010
im Winckelmann-Museum

Lucas van Leyden, König Salomons Götzendienst

Als Idole werden heute in der Archäologie abstrakte menschenähnliche überwiegend kleine Figuren bezeichnet, die man nicht näher benennen kann. Sie können aus Stein, Bronze, Elfenbein, Ton oder Holz geformt sein und waren für den Kult oder auch als Weih- oder Grabbeigaben bestimmt. Sie sind besonders eng mit den Anfängen der Kunst und den frühen Perioden ihrer Entwicklung verbunden.
Die Idole, meist Frauenstatuetten mit Hervorhebung der Geschlechtsmerkmale, erlangten besonders in der Jungsteinzeit eine weite Verbreitung vom Vorderen Orient bis nach Südeuropa. Mit der Bronzezeit entstanden in der Ägäis aber vor allem auch im Vorderen Orient neue abstraktere Formen von Idolen. Offensichtlich lag den neuen Formen auch ein neuer Sinngehalt zugrunde. So verschieden wie ihre Formen bei den einzelnen Völkern des Altertums waren, so schwierig und widersprüchlich ist auch ihre Deutung. Wurden ihnen magische Kräfte zugeschrieben, hatten sie Schutzfunktionen usw., welche Rolle spielten sie im Leben der Gemeinschaft und im Kult, etwa bei Initiationsriten.
In der christlichen Kunstanschauung wird das Idol zu einem negativ belasteten Wort, das in der Bedeutung mit Götzen und inhaltlich mit antiken Götterbildern gleichgesetzt wird. In den Zeiten der Reformation dominieren die Bilderstürme. Es wird alles von den Wänden gerissen, was als Idol oder als Götze, als unchristlich befunden wurde. Geblieben sind volkstümliche Götzen und Bräuche.
Durch die Literatur, Wissenschaft und Kunst traten sie zunehmend in das Blickfeld von wissenschaftlichen und kunsttheoretischen Betrachtungen. Im Kontext der bekannt gewordenen Denkmäler und der antiken Schriftquellen begann man auch den Ursprung und die Voraussetzungen der Entstehung der Kunst zu hinterfragen. Auch J. J. Winckelmann hatte sich ausführlich mit den Anfängen der Kunst befasst und die Ursachen ihrer Entstehung und Entwicklung vor allem am Beispiel der griechischen Kunst zu erklären versucht. Er ging von einem ureigenen Interesse des Menschen aus, sich ein Abbild zu schaffen bzw. sein Umfeld bildlich darzustellen.Bis zum heutigen archäologischen Terminus Idol war es ein weiter Weg, der in der Ausstellung aufgezeigt werden soll. Über die Geschichte der Erforschung der Idole werden die Etappen der Auseinandersetzung mit den befremdlichen und doch spannenden Zeugnissen der alten Hochkulturen aufgezeigt.

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Mehr als 200 Leihgaben aus Berlin, Hamburg, Bonn, Halle/ Saale, Jena, Weimar und anderen Städten veranschaulichen die Forschungsgeschichte um die Idole.

Kykladenidol

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit 188 Seiten und 236 Farb- und Schwarzweißabbildungen, zum Preis von 38 EUR im Buchhandel (19 EUR für Mitglieder der Winckelmann-Gesellschaft) in unserem Shop, erhältlich.
»Hier online bestellen



Programm zur Ausstellung

„Götzen, Götter und Idole“



Mittwoch, den 13. Oktober um 18.30 Uhr
Vortrag zur Ur- und Frühgeschichte
„Die Masken der Idole und wo man sie in
unserer heutigen Gesellschaft noch findet“
Bent Jensen M.A.

Mittwoch, den 20.10.10 um 18.30 Uhr
„Der Götzensturz auf dem Altar
der Marienkirche.
Wie ist der Götzensturz zu verstehen?
Warum ist er an einer so prominenten
Stelle der Kirche angebracht?
Die Antworten finden sich in der
Mariengeschichte.
Nadine Prescher wird sie für Sie lesen und
die Altardarstellungen erläutern.“

Mittwoch, den 27. Oktober um 18.30 Uhr
„Wenn Götzen zu mächtig werden ...
Von der Instrumetalisierung der Götzen
vom Mittelalter bis zur Reformation.“
Nadine Prescher M.A.

Sonntag, den 31. Oktober um 16.00 Uhr
„Volkstümliche Legenden -
Den Geistern auf der Spur“
Halloween für Kinder mit Gudrun Walinda

Mittwoch, den 3. November um 18.30 Uhr
„Nackte Götter und frühe Christen“
Der Pergamonaltar in byzantinischer Zeit
Prof. Dr. Max Kunze

Sonntag, den 9. November
„Von erfundenen Götzen, gefälschten Idolen und
echten Funden“
Sonntagsführung: Dr. Stephanie-Gerrit Bruer

Sonntag, den 14. November
von 15-17 Uhr Familiensonntag

„Deine Idole - Unsere Idole“
Nach einem Rundgang durch die Ausstellung
gestalten wir Collagen mit Deinen Idolen
mit Gudrun Walinda

Mittwoch, den 17. November um 18.30 Uhr
„Die neuesten frühgeschichtlichen Holz-Idole“
Dr. Heino Neumayer, Museum für Vor- und Frühgeschichte,
Berlin

Sonntag, den 21. November um 15 Uhr
Finissage der Ausstellung
„Idole aus aller Welt -
Frühe Menschenbilder aus 10 Jahrtausenden“
mit Dr. Stephanie-Gerrit Bruer
anschließend:
Versteigerung der Idole aus der Installation
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