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(vom 9.Oktober bis 27. November 2005)
Das 18. Jahrhundert ist die Epoche der großen archäologischen Entdeckungen. Herkulaneum und Pompeji wurden ausgegraben, Griechenland wurde "wiederentdeckt", selbst das ferne Ägypten wurde bereist. Die sprunghaft ansteigenden Kenntnisse antiker Architektur, Skulptur und Malerei spiegeln sich in großformatigen, hervorragend illustrierten Prachtpublikationen, aber auch in kleinen Ausgaben dieser Werke für den Handgebrauch. Die Geburt der Archäologie läßt sich anhand dieser Bücher "hautnah" miterleben. Die Ausstellung vermittelt die Entdeckungsgeschichte der Antike in Buch und Bild.

Mit dem Ende des Latein als lingua franca und dem zunehmenden Gebrauch von Nationalsprachen auch für wissenschaftliche Werke, entstand im 18. Jahrhundert ein zunehmender Bedarf an Übersetzungen. Das trifft auch für jene Schriften zu, die archäologisches Wissen vermitteln sollten, seien es nun Reiseberichte, Grabungspublikationen oder theoretische Arbeiten. Ihr Ziel war es, in allen, die selbst gereist waren, Erinnerungen wachzurufen, jenen aber, die die Reise nach Italien oder gar in den Orient nicht unternehmen wollten oder konnten, eine möglichst genaue Vorstellung von den antiken Stätten und Kunstwerken zu vermitteln. Doch nicht nur die vielfältigen Sprachbarrieren, auch der hohe Preis der oft prächtigen Stichwerke führte zum Wunsch nach preisgünstigen Versionen in deutscher Sprache. Im späteren 18. Jh. wurden mehr als 80 nicht-deutsche Schriften vornehmlich archäologischen Inhalts übersetzt und zum Teil in mehreren Auflagen publiziert.. Der Übertragungsvorgang konnte dabei auf ganz verschiedenem Niveau erfolgen. Viele Werke wurden wörtlich übersetzt und mit Nachstichen illustriert, andere wurden stark reduziert und nur noch mit wenigen, kleinen Veduten bebildert oder die Übersetzer nahmen ausführlich Stellung und ergänzten teilweise den originalen Text um gelehrte Verweise.

Goethe und Schiller hatten die antike Kunst fern von Italien in den Gipsabgüssen des Mannheimer Antikensaals für sich entdeckt. Die Wanderausstellung wird jedoch zeigen, daß im deutschen Sprachraum die Wahrnehmung der antiken Kunst und ihrer Denkmäler über die Druckwerke, eine unabdingbare Voraussetzungen für Klassizismus und Klassik, auf sehr viel breiterer Basis erfolgte.
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