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Daktyliotheken
Antike Gemmen in Abdrucksammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts,

12. Juni bis 7. September 2008


Die Bewunderung antiker Kunst im 18. Jahrhundert hatte nördlich der Alpen einen großen Bedarf an Abbildungen zur Folge. Er wurde nicht nur mit den Stichen von Kunstobjekten befriedigt. Ein heute fast vergessenes Bildmedium vermittelte eine weit authentischere Vorstellung der verehrten Werke: Abdrücke von antiken gravierten Steinen (Gemmen). In schönen Behältnissen, den Daktyliotheken, aufbewahrt, konnten diese in Bibliotheken oder Kunstakademien, aber auch bei kunstsinnigen Sammlern studiert werden. Man schätzte die Gemmen wegen der auf ihnen eingravirten Bilder. Sie zeigen Götter und Heroen, Könige und Caesaren, aber auch Mythen, Symbole und Kulthadlungen aus der Antike und ergänzten damit ebenso das Studium der klassischen Autoren wie sie als stilbildende Vorlage für die Künstler der Gegenwart dienten.

Daktykiotheken


Die Ausstellung, die jetzt im Winckelmann-Museum Stendal gezeigt wird, ist die erste dieses Umfangs und Anspruchs zu diesem Thema. Die zahlreichen Leihgaben kommen aus Göttingen, Berlin, Bonn und Halberstadt. Sie bieten mit ihren überaus fein gearbeiteten Abdrücke und deren z. T. kostbaren Behältnissen einen umfassenden Einblick in die gleichermaßen gelehrte wie visuell reizvolle Welt solcher Sammlungen.
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