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Anny Schröder
Anny Schröder - Griechische Visionen

Auf der Suche nach kultureller Identität
zwischen Naziterror und Wirtschaftswunder


Eine Ausstellung vom 12. Juni bis 5. September 2010
im Winckelmann-Museum

Das himmlische Saitenspiel

Eine fast in Vergessenheit geratene Künstlerin, graphische Arbeiten, die durch ihre hohe Kunstfertigkeit bestechen, ein Leben zwischen Boheme, Krieg und Elend – das Leben der Anny Schröder. Mit Holz- und Bleidrucken und einfachen Mitteln, wie Bleistift, Feder und Tinte erweckte sie mythologische Figuren des klassischen Altertums und Romangestalten der Neuzeit zu neuemLeben. Zum ersten Mal ist nun ein Überblick über das Gesamtwerk der Grafikkünstlerin im Winckelmann-Museum in Stendal zu sehen. Dabei steht weniger die Frage der neuen Erfi ndung von Bildmotiven im Vordergrund, sondern vielmehr ihre künstlerische Arbeitsweise. Einen Einblick in ihr künstlerisches Arbeiten vermitteln neben ihrem persönlichen Handwerkszeug, wie Federn, Aquarellkasten, Blei- und Holzdruckstöcke, Grabsticheln und Andrückwalzen, die Bearbeitung der Bildmotive von der Grobskizze über die genaue Vorzeichnung bis hin zum Holz- oder Bleidruck. Eine Auswahl dieser Skizzen ist in der Ausstellung vertreten.
Die Graphikerin Anny Schröder, 1898 in Wien geboren und 1972 in Bad Segeberg verstorben, war und ist bislang eine weitgehend vergessene Künstlerin. Die Fachliteratur kennt sie kaum. Gelegentlich taucht ihr Name als Marginalie der Wiener Werkstätte für Kunsthandwerk auf. Insofern konnte man ihr bisher nur zufällig begegnen. Zu Lebzeiten erhielt sie die verdiente Anerkennung als Künstlerin lediglich über ihre Holzdruckserie mit 27 Blättern zu den „Griechischen Visionen“, die Winckelmann-Museum zu sehen ist. Weitere Serien zur „Theogonie“ und zur „Apokalypse“ folgten, die aber entgegen den „Griechischen Visionen“ zu Schröders Lebzeiten nicht publiziert wurden. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich vorwiegend mit der Illustration von Büchern durch Holz- und Bleischnitte. Zu nennen sind an dieser Stelle die Illustrationen zu der 1933 in deutscher Sprache erschienen Ausgabe von Paul Claudes „Der seidene Schuh“, Charles de Costers „Ulenspiegel“ von 1943 und Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ von 1940. Zahlreiche Druckarbeiten zu nicht weniger zahlreichen Gesellschaftsromanen folgten.

Apokalypse

Insgesamt sind in der Ausstellung bis zum 5. September 2010 etwa 100 Druck- und Bleistiftarbeiten, Federzeichnungen sowie zahlreiche Arbeitsmaterialien der Künstlerin zu sehen.

Katalog Anny Schröder

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit 64 Seiten und 128 s/w-Abbildungen, zum Preis von 14 EUR in unserem Shop, erhältlich.
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