Suche nach:
Archiv
Auf der linken Seite sind die archivierten Ausstellungen.
Begegnung mit dem Fremden 
Begegnung mit dem Fremden.
Frühe Orientbilder im 17.-19. Jahrhundert

Ausstellung im Winckelmann-Museum, Stendal
vom 16. Januar – 7. März 2010


orientalische Reisebeschreibung


Ist das Fremde Faszinosum oder Bedrohung?

Die frühen Orientbilder aus dem 17.-19. Jahrhundert zeichnen sich durch Neugier und Entdeckergeist aus. Fremde Kulturen belebten die Fantasie und Berichte darüber stillten das Fernweh.
Besonders in den Jahren der Entdeckungsreisen, vom 17.-19. Jahrhundert, waren fremde Kulturen für die gebildeten und einfachen Leute gleichermaßen ein Faszinosum.
Aus den anfänglichen Entdeckungsreisen wurden zunehmend Forschungsreisen, die vor allem dazu dienten, sich mit fremden Kulturen in Indien, China und auf der Arabischen Halbinsel auseinanderzusetzen. Das Fremde wurde zu einer Bereicherung der eigenen Kultur. Kalifen, Tamilen und Osmanen wurden zu ebenso vertrauten Begriffen, wie die Ottomane, das Sofa, der Mokka und der Samowar.

Unter dem sich herauskristallisierende Gesichtspunkt des Faszinosums gliedert sich die Ausstellung in drei Kabinettbereiche:

BEGEGNUNGEN wurden durch Reisen in den Orient und nach Asien, wie sie Adam Olearius nach Persien und Russland unternommen hat; durch den Dialog verschiedener Religionen in der Fremde, etwa bei der Hallisch-Dänischen Mission in Indien und durch archäologische Forschungen und Ausgrabungen im Orient ermöglicht.

INSPIRATION für das eigene künstlerische Schaffen war das Fremde vor allem für Schriftsteller durch die Beschäftigung mit orientalischer Kunst und Kultur, ohne die Johann Wolfgang Goethes „West-östlicher Divan“ undenkbar wäre.

ORIENT-MODE spiegelt sich vor allem in der Alltagswelt durch „Muselmanen“ in Gebäckformen, in den Chinoiserien und dem Kunstgewerbe mit asiatischen Motiven der vornehmen Adelsgesellschaft wider.

Gingko Biloba


Die Ausstellung wurde durch zahlreiche Leihgaben aus der Dresdner Skulpturensammlung, dem Novalis Museum Schloss Oberwiederstedt, den Franckeschen Stiftungen Halle, dem Frankfurter Goethe-Museum, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, dem Goethe Museum in Düsseldorf, der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, dem Goethe und Schiller-Archiv Weimar, dem Museum der Brotkultur in Ulm, der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloß Gottorf in Schleswig, der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Schloss Friedenstein in Gotha, dem Vorderasiatisches Museum Berlin, der Universitätssammlung Bonn, den Universitäts- und Landesbibliotheken der Städte Halle und Köln sowie aus dem eigenen Bestand der Winckelmann-Gesellschaft mit Winckelmann-Museum in Stendal ermöglicht.

"Begegnung mit dem Fremden" ist eine Gemeinschaftsausstellung des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI, eines Zusammenschlusses von derzeit 35 Museen und Kultureinrichtungen, u.a. der Winckelmann-Gesellschaft e.V mit Winckelmann-Museum, mit gesamtstaatlicher Bedeutung, die in besonderem Maße die kulturelle Vielfalt in Deutschland repräsentieren. Die Ausstellung wird gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Katalog aus Mitteln der Stiftung van Meeteren, Düsseldorf.

www.begegnung-mit-dem-fremden.de



Lesungen, Vorträge und Veranstaltungen zur Ausstellung

Mittwoch, den 10. Februar 2010 um 18.30 Uhr
"Manch Halbmond und manch alter Kirchturm, Moscheen, wo von Kuppeln weit umspannt manch harter Sultan letzte Ruhe fand"
- Winckelmann und die Orientreisen"
Vortrag mit Texten aus Reisebeschreibungen aus dem 18. Jahrhundert und einem süssen orientalischem Dessert von Dr. Eva Hofstetter
*Eintritt 2,50 Euro*

Sonntag, den 14. Februar 2010 um 15.00 Uhr
Sonderführung "Der orient als Quelle jahrtausendealter Kulturen" mit Dr. Stephanie-Gerrit Bruer, Stendal
*Eintritt 2,50 Euro*

Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 18.30 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volkmar Hansen, Goethe Museum Düsseldorf
"Goethes West-östlicher Divan als Persien-Buch"
mit anschließendem Umtrunk
*Eintritt 2,50 Euro*

Sonntag, den 21. Februar 2010 um 15.00 Uhr
Filmnachmittag "Exodus" (1960)
Die große Welt im Kleinen 
„Die große Welt im Kleinen“

Die diesjährige Weihnachtsaustellung im Winckelmann-Museum mit Kinder-und Erlebnismuseum Stendal steht ganz unter dem Motto „ Die große Welt im Kleinen“. Die historischen Puppenstuben und Schildkröt-Puppen aus der Sammlung Ilchmann verzaubern jedermann. Vom 29.11.2009 bis zum 10. Januar 2010 können Sie in eine Welt „en miniature“ eintauchen. Küchen mit alten Backöfen, Wohnzimmer mit Kristallleuchtern aus Omas Zeiten, Herrenzimmer mir Kaffeegeschirr im Miniaturformat und Kinderzimmer mit hinreißendem Spielzeug. Eine besondere Freude für Jung und Alt sind die ausgestellten Schildkröt-Puppen, die vielen Menschen noch aus der Zeit ihrer Kindheit vertraut ist. Schildkröt ist der älteste, bis heute produzierende, Puppenhersteller in Deutschland, mit Sitz in Thüringen. 1896 wurde dort die erste Puppe aus Celluloid herstellt. Das Material kam einer Revolution in der Puppenherstellung gleich. Celluloid war bruchfest, abwaschbar, farbecht und hygienisch. Das bedeutete einen enormen Vorteil gegenüber den damals vorherrschenden Porzellanpuppen, mit denen Kinder sehr vorsichtig umgehen mussten. Der Spielwert, Sicherheit und ein zeitloses Design waren und sind für die Traditionsfirma selbstverständlich und wegweisend, wie man in der Ausstellung sehen kann. Frau Ilchmann hat die Puppen über lange Jahre gesammelt und sie liebevoll mit Kleidung versehen. Über mehrere Generationen hinweg hatten die Puppen ihren festen Platz in Kinderzimmern, bevor Frau Ilchmann beschloss, sie im Museum auszustellen.

Eine Besonderheit der diesjährigen Weihnachtsausstellung ist das tägliche Öffnen eines Adventstürchens im Museum. Bis zum Weihnachtsfest wird jeden Tag um 15 Uhr ein Türchen geöffnet. Neben einer Überraschung, die mit nach Hause genommen werden darf, wird zusammen noch eine Weihnachtsgeschichte gelesen.
Die Etrusker. 
DIE ETRUSKER. DIE ENTDECKUNG IHRER KUNST SEIT WINCKELMANN.


Jüngling mit Beinschiene


Die Kunst und Kultur der Etrusker fasziniert bis heute, wie der Erfolg der Ausstellungen in Hamburg und Bonn in den letzten Jahren zeigte.
Im Unterschied zu diesen Ausstellungen widmet sich das Winckelmann-Museum der Entdeckung und Erforschung der oft rätselhaften Kunst der Etrusker seit dem 18. Jahrhundert. Durch die umfangreichen Publikationen etruskischer Denkmäler von Thomas Dempster und Francesco Gori und durch die Gründung der Etruskischen Akademie in Cortona hatte ihre Erfoschung einen großem Aufschwung erfahren. In seiner „Geschichte der Kunst des Alterthums“ (1764) hatte Winckelmann erstmals versucht, die Entwicklung der etrus­kischen Kunst und ihre Stilperioden darzustellen. Viele Fragen wurden in dieser Zeit gestellt: So die nach dem Fundort und damit ob alles was in der Toskana gefunden etruskisch sei, gefragt wurde erstmals nach der Herkunft der in Etrurien, aber auch in Kampanien gefundenen griechischen Vasen, die bisher als etruskisch galten, ebenso wie die Frage nach den Unterschieden zwischen dem archaischen Stil der Griechen und Etrusker sowie der römischen Nachahmung.
Die Ikonographie etruskischer Götter und der Mythen in ihrem Verhältnis zu den griechischen wurde untersucht und erste bemalte Gräber mit wunderbaren etruskischen Wandmalereien freigelegt.
Diese im 18. Jh. diskutierten Fragen werden in der Ausstellung im Licht der heutigen Forschung beleuchtet und mit zahlreichen Denkmälern veranschaulicht.
Möglich wurde die Ausstellung dank der Leihgaben (vor allem Bronzen, Vasen, Urnen, Terrakotten, Marmorbasen, Faksimiles etruskischer Grabmalerei sowie Repliken von Meisterwerken etruskischer Kunst) aus Jerusalem, Kopenhagen, Bochum, Dresden, Hamburg, Hannover, Jena, Gotha, Leipzig, Altenburg, Bonn und Berlin.

Den Katalog zur Ausstellung können sie »HIER bestellen.

Achtung:
Für Gruppen älterer Jahrgänge, Lehrer und Schüler ab 7. Klassen, bieten wir Spezialführungen in der Sonderausstellung an. »Bitte hier entlang ...

Etruskischer Spiegel
Etrusker
JOACHIM DUNKEL 
Joachim Dunkel - Figur und Götterwelt
Zeichnung – Plastik – Holzschnitt


Im Herbst 2009 zeigt das Winckelmann-Museum eine Auswahl aus dem Werk des Berliner Bildhauers und Zeichners Joachim Dunkel (1925-2002), den zeitlebens die Figuren der griechischen Götterwelt begleiteten.

Minotaurus, 1987

Minotaurus (1987)

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges besuchte der junge Künstler zunächst die Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, bevor er 1949 – wie seine Lehrer Bernhard Heiliger und Eva Schwimmer – nach Westberlin übersiedelte, um sein Studium an der Hochschule für bildende Künste (heute Universität der Künste) fortzusetzen. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Künstler und Meisterschüler Bernhard Heiligers nahm 1974 selbst einen Ruf als Professor an der Hochschule für bildende Künste an.

Im Mittelpunkt von Dunkels Schaffen steht die menschliche Figur. Neben dem weiblichen Körper, dem ein eigener Raum gewidmet ist, sind es oftmals Mischwesen aus der griechischen Mythologie – hier sind es allein männliche! – die seine zeichnerische und bildnerische Phantasie beflügeln: So lässt sich die Figur des Minotaurus, in der man ein Alter Ego des Künstlers vermuten kann, über mehrere Jahrzehnte durch sein Werk verfolgen. Während ein Raum diese Doppelnaturen fokussiert, zeigt ein dritter eine Auswahl aus dem Werkkomplex „zu: Troja“, in dem sich der Künstler vor dem Hintergrund der politischen Aktualität – der Balkankriege der 1990er Jahre – mit dem Homerischen Epos auseinandersetzt. Doch nicht als Illustration der antiken Mythen will seine künstlerische Arbeit verstanden werden, sondern als Verkörperung menschlicher Gefühlszustände und Verhaltensmuster.

Achilles und Hektor

Achilles und Hektor (1999)

Ergänzend zu den plastischen und graphischen Arbeiten im Haus wird eine lebensgroße Bronze im Museumshof gezeigt, die für die Dauer der Ausstellung in einen optischen Dialog mit unserem Nachguss des sitzenden Hermes aus Herculaneum tritt.

Minotaurus und weibliche Figur (1972)
Weibliche Figur, Vogelmensch und Minotauruskind (1985)
BILDER AUS DEM SCHÜTZENGRABEN 
BILDER AUS DEM SCHÜTZENGRABEN

Eine Ausstellung anlässlich des
Antikriegstages, am 1. September 2009, mit gezeichneten Feldpostkarten des Berliners F. Kastelan aus dem 1. Weltkrieg


vom 19. August bis 20. September 2009

Feldpost


Im 1. Weltkrieg wurden pro Tag 16,7 Millionen Feldpostkarten, Briefe und Pakete zwischen Front und Heimat verschickt. Den größten Teil der Feldpost machten dabei die Postkarten aus.

Briefe und Karten von der Front wurden als authentische Nachricht vom Kriegsalltag gewertet und standen oft im Gegensatz zu der offiziellen Propaganda. Die Feldpost war meist die einzige Verbindung zwischen
Soldat und Familie.

Am häufigsten wurden Bildpostkarten versendet, welche mit teils kitschigen Darstellungen von Kriegspropaganda, Frauen in Uniformen oder realistische Szenen aus dem Soldatenalltag geschmückt waren.

Eigene gezeichnete Bildpostkarten hatten bei den Empfängern eine emotionalere Wirkung.

Das Winckelmann-Museum Stendal zeigt eine einzigartige Privtatsammlung an Feldpostkarten, die der uns unbekannte Malermeister F. Kastelan aus Berlin als Soldat selbst zeichnete, malte und regelmäßig an seine Frau und seinen Sohn schickte.

Die Feldpostkarten aus dem 1. Weltkrieg wie die Kastelans sind nicht nur historisch-biografische Quellen, sondern widerspiegeln sehr persönlich Erfahrungs- und Alltagswelten im Krieg. Diese Postkartenausstellung zeigt den Besuchern erlebnisnah einen Ausschnitt aus der deutschen Geschichte in Text und Bilddokumenten.

Der Unterstand im Bau

Der Unterstand im Bau.

12. 4. 1915
Meine Lieben!

Wie ich schon gestern in dem Brief schrieb, den gemalten Unterstand, hier ist er, wir haben auch diese Nacht so zugebracht. Spät abends kam Holz und heute morgen haben wir ihn besetzt. Wie das aus sah, im Bild, sende ich morgen. Ernst hat mir sein Bild gesandt, er ist bedeutend schlanker geworden. Ich weiss es nicht mehr, hast du mein voriges Paket mit der Wäsche bekommen? Es war etwas Brot darin.

Herzl. Gruß & Kuß euer Papa
Auf Wiedersehn
Maecenas Urbild aller Förderer der Kunst 
Maecenas 1

Maecenas Urbild aller Förderer der Kunst

Ausstellungseröffnung
am Sonnabend, dem 4. April 2009, um 16.00 Uhr


Begrüßung:
Prof. Dr. Max Kunze
Präsident der Winckelmann-Gesellschaft

Einführung:
Prof. Dr. Bernard Andreae, Rom

In dem im Museum von Arezzo (Italien) befindlichen Marmorporträt erkannte Bernard Andreae den großen Förderer von Kunst und Kultur C. Cilnius Maecenas, der zur Zeit des Kaisers Augustus lebte. Dieses Bild abzuformen, gelang B. Andreae. Da der italienische Denkmalschutz eine herkömmliche Abformung der Oberfläche von Antiken nicht erlaubt, wurde das Bildnis 3d-gescannt und computergesteuert von einem „Roboter-Bildhauer“ aus einem Block des gleichen Marmors wie das Original hergestellt.
Die Anregung dazu hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gegeben. Als Dauerleihgabe stand das Bildnis zunächst für ein Jahr im Amtszimmer des Bundespräsidenten. Seit Ende vorigen Jahres wird es nun im Winckelmann-Museum in Stendal aufbewahrt und jeweils zur Maecenas-Ehrung des AsKI (Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute) ausgeliehen.
Mit der Ausstellung soll das Bildnis der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Sie beleuchtet das Wirken des Maecenas in seinem historischen Umfeld, seine Bedeutung für die Entwicklung der frühkaiserzeitlichen Kultur und geht ebenso anhand von Gipsabgüssen Fragen der Ikonographie, der Zeitstellung und der Deutung nach.

Das »Begleitheft von Bernard Andreae ist im Museumsshop zum Preis
von 6,00 Euro erhältlich

Die Ausstellung ist bis zum 14. Juni 2009 zu sehen.
Hightech in der Archäologie 
Prospektion, Vermessung und moderne Fundbearbeitung

Archäologencamp 1a

Ausstellungseröffnung
am Ostersonnabend, dem 11. April 2009, um 14.00 Uhr


Führung durch die Ausstellung: Frau Yvonne Bichel und Frau Anna Bischoff

Archäologencamp 2a

15.00 Uhr Eröffnung des »Archäologen Camps für Kinder
(Gefördert vom Land Sachsen-Anhalt)

Die Ausstellung wird bis zum 14. Juni 2009 gezeigt.
Frauenbilder 
Antike Bildwelten und weibliche Lebenswelten
im 18. Jahrhundert

30. Juni bis 7. September 2008
im Rahmen der Landesinitiative "Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert"


Wie hat die einflutende antike Bildwelt auf Leben und Verhalten von Frauen im ausgehenden 18. Jahrhundert Einfluß genommen? Die Ausstellung widmet sich dieser Frage und macht anhand von etwa 40 ausgestellten Werken die Bedeutung der aus der Antike entlehnten Bildwelt für die gesellschaftliche und sittliche Stellung von Frauen im 18. Jahrhundert verständlich.
Vorgestellt werden Themen wie Mode und Körperbewußtsein, Mythologie und Porträt, Historie und soziale Realität. Vermittelt werden diese durch Antiken, archäologische Stichwerke sowie Gemälde und Druckgraphik zeitgenössischer Künstler wie Angelika Kauffmann, Joshua Reynolds und Johann Friedrich August Tischbein.

Angelika Kauffmann (1741–1807), 
<br />Der Tod der Alkeste, 1790, Öl/Lwd., Vorarlberger Landesmuseum Bregenz


Angelika Kauffmann (1741–1807), Der Tod der Alkeste, 1790, Öl/Lwd., Vorarlberger Landesmuseum Bregenz
Daktyliotheken 
Antike Gemmen in Abdrucksammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts,

12. Juni bis 7. September 2008


Die Bewunderung antiker Kunst im 18. Jahrhundert hatte nördlich der Alpen einen großen Bedarf an Abbildungen zur Folge. Er wurde nicht nur mit den Stichen von Kunstobjekten befriedigt. Ein heute fast vergessenes Bildmedium vermittelte eine weit authentischere Vorstellung der verehrten Werke: Abdrücke von antiken gravierten Steinen (Gemmen). In schönen Behältnissen, den Daktyliotheken, aufbewahrt, konnten diese in Bibliotheken oder Kunstakademien, aber auch bei kunstsinnigen Sammlern studiert werden. Man schätzte die Gemmen wegen der auf ihnen eingravirten Bilder. Sie zeigen Götter und Heroen, Könige und Caesaren, aber auch Mythen, Symbole und Kulthadlungen aus der Antike und ergänzten damit ebenso das Studium der klassischen Autoren wie sie als stilbildende Vorlage für die Künstler der Gegenwart dienten.

Daktykiotheken


Die Ausstellung, die jetzt im Winckelmann-Museum Stendal gezeigt wird, ist die erste dieses Umfangs und Anspruchs zu diesem Thema. Die zahlreichen Leihgaben kommen aus Göttingen, Berlin, Bonn und Halberstadt. Sie bieten mit ihren überaus fein gearbeiteten Abdrücke und deren z. T. kostbaren Behältnissen einen umfassenden Einblick in die gleichermaßen gelehrte wie visuell reizvolle Welt solcher Sammlungen.
...denn lebensgroß gezeichnet und vermessen stehst Du im Künstlerbuch." 


" ...denn lebensgroß gezeichnet und vermessen stehst Du im Künstlerbuch."
Das Porträtalbum deutschsprachiger Künstler – ein Zeugnis des Künstlerlebens in Rom zur Zeit der Romantik (16. März bis 25. Mai 2008)


Kooperation mit der Bibliotheca Hertziana, Max Planck Institut für Kunstgeschichte Rom und der Casa di Goethe Rom

Im Zentrum der Ausstellung steht die in der Bibliotheca Hertziana in Rom aufbewahrte und bisher in seiner Gesamtheit noch nicht publizierte „Sammlung von Bildnissen Deutscher Künstler in Rom“. Die Idee zur Stiftung dieser Bildnissammlung im Jahr 1832 ging von der deutschen Künstlerkolonie in Rom aus. Sie umfaßt 140 Porträts von Künstlern, die in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Rom lebten und überliefet zusammen mit den Porträtisten des Albums insgesamt 178 Namen deutschsprachiger und skandinavischer Künstler. Als Ganzes gesehen ist diese Sammlung ein einzigartiges Dokument der römischen "Künstlerrepublik" zur Zeit der Romantik. Die Künstler, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit hochgespannten Erwartungen nach Rom kamen, erlebten dort mehr denn je einen Freiraum, der ihnen den Bruch mit bisherigen Konventionen und das Erproben neuer unkonventioneller Gesellschaftsformen ermöglichte. Aus gemeinsamen künstlerischen Interessen oder aus materieller Not entwickelten sich neuartige Wohn- und Arbeitsgemeinschaft, die den Boden bereiteten zu einem neu empfundenen und gelebten Künstlerdasein. Dies fand seinen Niederschlag in der Festkultur der Künstlerkolonie, die in der Regie der „Ponte-Molle-Gesellschaft“ lag. In diesem Kreis wurde nicht nur ein neuer Festkalender geschaffen mit den alljährlichen karnevalesken Frühlingsausflügen zu den Cervarogrotten am Anioufer als gesellschaftlicher Höhepunkt der internationalen Künstlerschaft in Rom, sondern auch die "Sammlung von Bildnissen deutscher Künstler in Rom" initiiert.
Weihnachtsausstellung 
Weihnachtsausstellung
2. Dezember 2007 bis 6. Januar 2008
3. Oktober – 28. November 2004, 10-17.00 Uhr, dienstags geschlossen 
Nahezu in Vergessenheit geraten ist die einst prachtvolle Sammlung antiker Vasen des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Im Jahre 1942 war sie, verpackt in Holzkisten, in einem Schacht des Salzbergwerkes bei Neustaßfurt ausgelagert worden, der in den Wirren des Kriegsendes durch einen Brand zerstört wurde. Den Museumsmitarbeitern bot sich ein trauriges Bild: Die Holzkisten waren verbrannt, die Gefäße zerbrochen. So geriet die nicht mehr ausstellungsfähige Sammlung in Vergessenheit und fand in der archäologischen Forschung keine Berücksichtigung mehr.
Dank eines modernen Restaurierungsverfahrens konnten im Rahmen eines dreijährigen Restaurierungs- und Forschungsprojektes der Winckelmann-Gesellschaft die zerscherbten Fragmente durch Rückbrand in ihrer ursprünglichen Farbe wiederhergestellt und danach neu zusammengefügt werden.

Aufgrund ihrer figürlichen Bemalung nimmt die griechische Töpferware in der gesamten Keramik eine Sonderstellung ein. Sie setzt ein ambitioniertes künstlerisches Gestalten voraus. Viele griechische Vasen sind nicht mehr dem Kunsthandwerk zuzurechnen, sondern sind Kunstwerke. Die Darstellungen sind oft die einzigen Quellen für religiöse Vorstellungen und Gebräuche. Das Alltagsleben im antiken Griechenland, die Trachten der Menschen und die sportlichen Wettkämpfe des Altertums werden in ihnen wieder lebendig. Vasenbilder sind eine wichtige Ergänzung der schriftlichen Überlieferung. Sie liefern den Archäologen bemerkenswerte Hinweise für die Rekonstruktion bedeutender Skulpturen. Als Träger von Inschriften bieten die Vasen weitere wertvolle Informationen zum antiken Leben. Nicht zuletzt geben sie uns eine Vorstellung von der nicht erhaltenen griechischen Wand- und Tafelmalerei.
Katalog von 96 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen zum Preis von 9,90 € in der Ausstellung und für Mitglieder der Winckelmann-Gesellschaft (für Nichtmitglieder 14.- € zzgl. Versand, im Buchhandel 19,90 €). Weitere Stationen der Ausstellung: u.a. Institut für Klassische Archäologie der Universität Saarbrücken, Kulturhistorisches Museum Magdeburg
(12.12.2004-27.2.2005) 
Franz Caucig (Görz 1755 - Wien 1828) gehört zu den Künstlern der Zeit um 1800, die es neu zu entdecken gilt. Caucig war gebürtiger Slowene, empfing seine Förderung aus dem Umfeld der Wiener Hofes und fand in Italien seine entscheidende künstlerische Prägung. Nach seiner Rückkehr wurde er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, der er in seinen letzten Lebensjahren als Direktor vorstand. Caucigs künstlerischer Werdegang war international und im besten Sinne durch ein vielfältiges kulturelles Umfeld geprägt.

Die Ausstellung zeigt 109 Handzeichnungen des Künstlers aus allen Schaffensperioden, beginnend mit seiner römischen Zeit (1780/81-1787).In Rom besucht er die Paläste und Sammlungen, sucht seine künstlerische Form in Auseinandersetzung mit antiker Plastik und mit Raffael.

Von den ersten Skizzen bis hin zu den eindrucksvollen Kopfstudien ist sein Weg zur künstlerischen Vollendung an den Werken zu erkennen. Die Zeichnungen sind zudem eine nicht zu unterschätzende Quelle für den Archäologen, zeigen sie doch oft heute nicht mehr erhaltene Restaurierungszustände.

Zu Caucigs schönsten Arbeiten gehören seine stimmungsvollen Veduten aus Rom und der Campagna. Die Größe der römischen Ruinen, die Heiterkeit der Villengärten, die von antiker Kultur durchsetzte Natur in den Albaner Bergen, Lust und Last des wandernden Künstlerlebens – all dies wird in seinen Zeichnungen erfahrbar, die aber trotz aller Sinnlichkeit einen klassizistisch strengen Aufbau aus Linie und Lavierungen verraten. Bei einem zweiten Aufenthalt in Italien, 1791-1797 in Venetien, wendet sich Caucig stärker dem italienischen Alltagsleben zu. In der lichtdurchfluteten Leichtigkeit der dort entstandenen Blätter ist der Einfluß venezianischer Kunst deutlich spürbar.


Zurück in Wien entstehen um und nach 1800 an der Akademie jene großformatigen Studienblätter zu Historiengemälden, die den Schluß- und Höhepunkt der Ausstellung ausmachen. Nirgendwo sonst ist im Werk Caucigs die Wirkung des aktuellen französischen Klassizismus, allen voran Jacques-Louis Davids, deutlicher erkennbar als in diesen perfekt ausgeführten Blättern.

Viele sind den Schicksalen antiker Helden wie Alexander dem Großen oder Caesar, aber auch zahlreichen Heldinnen – Sappho, Chilonis, Hypsipyle, Esther – gewidmet. Franz Caucig zeigt sich so als ein bedeutender Vertreter des internationalen Klassizismus der Zeit um 1800.
(13.03.2005 - 08.05.2005) 
„Augen unterwegs. Reisebilder – Aquarelle und Zeichnungen von Georg Dehio“ zeigt einen Querschnitt der künstlerischen Arbeiten des für das „Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler“ bekannten Kunsthistorikers (1850-1932). Anhand der häufig exakt datierten Zeichnungen und Aquarelle werden Dehios Reisewege wieder erlebbar.

Spätere Blätter verzichten dann fast vollständig auf jede dokumentarische Funktion, sie zeigen einen vom Impressionismus beeinflußten Spätromantiker und seinen Sinn für das Licht der südlichen Landschaft.

Denn bei aller wissenschaftlichen Tätigkeit versagte sich Dehio nicht dem „stilvollen Bummeln“, der Kunsthistoriker ist einer der klassischen Flaneure der Belle Epoque. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Kulturgeschichte des Reisens in der Zeit um 1900, mit Stationen unter anderem in Italien, Spanien, Deutschland, Frankreich und Skandinavien. Das Katalogbuch zur Ausstellung macht zudem erstmalig die enge Verzahnung zwischen Dehios wissenschaftlicher und künstlerischer Tätigkeit deutlich (88 S. mit zahlreichen Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen).
(22.5.2005 - 26.06.2005) 
Hans Schulze, 1904 in Schlesien geboren und 1982 in Leipzig gestorben, wurde an den Kunstakademien von Breslau (in der Klasse von Alexander Kanoldt) und Wien (Abendakt bei H. Boeckl) ausgebildet. Nach beachtlichen neusachlichen Anfängen widmete er sich einem jahrzehntelangen, intensiven Natur- und Landschaftsstudium, um erst in seiner letzten Lebensphase aus den erkannten Gesetzmäßigkeiten der Natur seinen unverwechselbaren Altersstil frei von jedem Objektzwang zu entwickeln. Befördert durch Dichtung und Philosophie entstehen zu allegorischen und mythischen Bildthemen ungewohnte Milieus, die den überraschten Betrachter fesseln und zum Meditieren veranlassen.

Die Ausstellung verfolgt das Ziel, überwiegend an Hand von Zeichnungen aus dem Nachlaß des Künstlers, die Entstehung dieser späten Arbeiten technisch und geistig verständlich werden zu lassen. Zugleich soll hier am Werk eines Repräsentanten der nachexpressionistischen Künstlergeneration und eines verantwortungsvollen Kunstpädagogen der Leipziger Universität augenfällig werden, daß Isolation und fehlende Publizität intellektuelle und künstlerische Potenz auch beflügeln können. Das Winckelmann-Museum möchte mit dieser Ausstellung das Andenken eines deutschen Malers aus der vernachlässigten Generation der um 1900 Geborenen neu beleben.
(10.07.2005 - 25.09.2005) 
Kann man Kunst lehren? Ist Schönheit das Ergebnis von Übung und Methode? Viele Künstler und auch gebildete Laien des 18. Jahrhunderts glaubten daran, daß durch eine wissenschaftliche Ergründung der Bildgegenstände Kunst erlernbar sei. Ort dieser Bestrebungen war die Akademie.

Der Besucher erlebt in der Ausstellung die Kunstausbildung des 18. Jahrhunderts gleichsam als Akademieschüler. An zentraler Stelle steht die Nachschöpfung eines Akademiesaals, in dem die Medien präsentiert werden, die dem Künstler als Arbeitsmaterial dienten: Vorlagenblatt, Antikenabguß, Muskelmann und anatomisches Modell.

Aus den Akademien des 18. Jahrhunderts gingen nicht nur freischaffende Künstler hervor, sondern sie dienten auch ganz im Sinne der Aufklärung der Handwerkerausbildung und dem Produktdesign. Eine ganze Reihe von exemplarischen Gegenständen aus des Kunsthandwerks – vor allem Porzellan und Buchgestaltung – sind in der Ausstellung vertreten. Nicht zuletzt durch die Verbreitung dieser kunsthandwerklichen Gegenstände wurde der an den Akademien geschulte klassische Kunstgeschmack um 1800 mehr oder minder zu einer allgemeinen Norm, die zur Nachahmung, aber auch zum Widerstand – etwa im Medium der Karikatur – herausforderte.

Die Ausstellung zeigt mehr als 100 Werke aus allen Gattungen – Malerei, Zeichnung, Skulptur, Druckgraphik. Darunter befinden sich zahlreiche wertvolle Leihgaben aus bedeutenden deutschen Sammlungen, darunter Dresden, Berlin, Kassel, Braunschweig, Dessau.
(10.07.2005 - 25.09.2005) 
Antike trifft auf Moderne, Skulptur auf großformatige Fotografie, genauer: Fotogrammetrie. Der Kasseler Künstler Floris Neusüss widmet sich seit Jahrzehnten dieser experimentellen Technik der Aufnahme ohne Kamera.

Fotogramme sind hybride fotografische Bilder – eine Mischung aus Projektion und Abdruck – in denen ein Objekt immer in seiner natürlichen Größe wiedergegeben wird. Der Gegenstand wirft sein Schattenbild bei der Belichtung direkt auf das Fotopapier, ohne Zuhilfenahme weiterer Apparaturen. Nach seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert war das Fotogramm gerade bei Künstlern der klassischen Moderne wie Man Ray und László Moholy-Nagy beliebt, die seine Ausdrucksmöglichkeiten neu ausloteten. Neusüss entwickelte diese Technik seit den experimentierfreudigen 60er Jahren konsequent weiter.

2000/02 arbeitete Neusüss mit den Antiken der Münchner Glyptothek. Der Künstler konnte nur nachts arbeiten, denn bei der Entstehung eines Fotogramms muß es absolut dunkel sein – selbst fahles Mondlicht stört. Das Fotogramm bildet nicht ab. Es zeigt den Schatten der Figur, und wenn das Blatt die Figur berührt, werden die rückwärtigen Berührungspunkte auf dem Bild sichtbar. Die Fotogramme von Floris Neusüss sind eine neue, bisher nicht erprobte Auseinandersetzung mit der antiken Skulptur. Ihre Dreidimensionalität setzt er einem Licht aus, das in ganz ungewöhnlicher Weise von ihrer Körperlichkeit kündet.

Das Winckelmann-Museum Stendal zeigt eine Auswahl dieser Arbeiten mit einem Schwerpunkt auf den weltberühmten Figuren der Ägineten. Das Thema dieser beiden Figurengruppen, die einst die Giebel des Aphaia-Tempels auf der Insel Ägina schmückten, ist der Kampf um Troja, der berühmteste griechische Mythos. Die Ausstellung bietet so eine spannende Brücke zwischen antikem Troja-Mythos, für den im Winckelmann-Museum die begehbare Holzskulptur des größten Trojanische Pferdes steht, und der Kontur- und Schattenrißbegeisterung des 18. Jahrhunderts und Winckelmanns. Alt und Neu bilden eine herausfordernde Synthese.
(vom 9.Oktober bis 27. November 2005) 
Das 18. Jahrhundert ist die Epoche der großen archäologischen Entdeckungen. Herkulaneum und Pompeji wurden ausgegraben, Griechenland wurde "wiederentdeckt", selbst das ferne Ägypten wurde bereist. Die sprunghaft ansteigenden Kenntnisse antiker Architektur, Skulptur und Malerei spiegeln sich in großformatigen, hervorragend illustrierten Prachtpublikationen, aber auch in kleinen Ausgaben dieser Werke für den Handgebrauch. Die Geburt der Archäologie läßt sich anhand dieser Bücher "hautnah" miterleben. Die Ausstellung vermittelt die Entdeckungsgeschichte der Antike in Buch und Bild.

Mit dem Ende des Latein als lingua franca und dem zunehmenden Gebrauch von Nationalsprachen auch für wissenschaftliche Werke, entstand im 18. Jahrhundert ein zunehmender Bedarf an Übersetzungen. Das trifft auch für jene Schriften zu, die archäologisches Wissen vermitteln sollten, seien es nun Reiseberichte, Grabungspublikationen oder theoretische Arbeiten. Ihr Ziel war es, in allen, die selbst gereist waren, Erinnerungen wachzurufen, jenen aber, die die Reise nach Italien oder gar in den Orient nicht unternehmen wollten oder konnten, eine möglichst genaue Vorstellung von den antiken Stätten und Kunstwerken zu vermitteln. Doch nicht nur die vielfältigen Sprachbarrieren, auch der hohe Preis der oft prächtigen Stichwerke führte zum Wunsch nach preisgünstigen Versionen in deutscher Sprache. Im späteren 18. Jh. wurden mehr als 80 nicht-deutsche Schriften vornehmlich archäologischen Inhalts übersetzt und zum Teil in mehreren Auflagen publiziert.. Der Übertragungsvorgang konnte dabei auf ganz verschiedenem Niveau erfolgen. Viele Werke wurden wörtlich übersetzt und mit Nachstichen illustriert, andere wurden stark reduziert und nur noch mit wenigen, kleinen Veduten bebildert oder die Übersetzer nahmen ausführlich Stellung und ergänzten teilweise den originalen Text um gelehrte Verweise.

Goethe und Schiller hatten die antike Kunst fern von Italien in den Gipsabgüssen des Mannheimer Antikensaals für sich entdeckt. Die Wanderausstellung wird jedoch zeigen, daß im deutschen Sprachraum die Wahrnehmung der antiken Kunst und ihrer Denkmäler über die Druckwerke, eine unabdingbare Voraussetzungen für Klassizismus und Klassik, auf sehr viel breiterer Basis erfolgte.
(vom 11. Dezember 2005 bis 12. März 2006, tägl. 10 bis 17 Uhr) 
Nicht nur die Götter und Heroen finden sich in den Kinderbüchern für die Schule und für zu Hause von 1529 bis 2005. Die Großen der Antike, Alltagsgebräuche und religiöse Sitten, die antiken Stätten und die Weltwunder zählen ebenso zum Stoff, den man Kindern vermitteln wollte. Selbstverständliche Lehrmittel waren Sprachbücher zum Erlernen der antiken Sprachen, Schulausgaben der lateinischen und griechischen Autoren, Geschichtsbücher, Lexika und Enzyklopädien. In Büchern zur moralischen Belehrung dienten abschreckende und motivierende Beispiele aus der Antike als pädagogisches Instrument. Kinderzeitschriften, Bilderbücher, Weltgeschichten für Kinder, Tierfabeln, Bücher für Mädchen boten das klassische Altertum als vergnüglichen Zeitvertreib.

Aus den Beständen der Kinderbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin und der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung entstand eine Ausstellung, die den unterschiedlichen Umgang mit antikem Wissen und den Kenntnissen über die Antike und deren Vermittlung im Laufe der Jahrhunderte aufzeigen möchte. Nicht immer zählten die ‚heidnischen’ Schriftsteller zum wertvollen Bildungsgut, vor allem die Götter, unvereinbar mit Christentum und einem moralisch untadeligen Lebensstil, brachten die Pädagogen in Erklärungsnot. Dazu spiegeln sich Zeitgeist, historische und philologische Forschungen und die Ausgrabungen in den Mittelmeerländern in den Kinderbüchern. Auch die ‚kindgerechte’ Ausstattung mit oft kolorierten, zahlreichen Kupferstichen zeigt, daß Verständnis für Kinder und das Bemühen um eine kindgerechte Erziehungsweise ein über die Jahrhunderte in Europa zu beobachtendes Anliegen war. Den über 200 Exponaten (Bücher, Bilderbögen und Tafeln, Zeichnungen von Kinderbuch-Illustratoren) ist ein Katalog gewidmet, in dem jedes Ausstellungsobjekt einschließlich einer oder mehrerer Abbildungen erläutert wird. Textbeiträge zur Erziehung in der Neuzeit, zum Verlag Otto Spamer und zu Franz Fühmann erweitern den Einblick in einen bisher wenig beachteten Bereich der europäischen Kulturgeschichte. Mit Beiträgen von Kathrin Bergemann, Christoph Helm, Eva Hofstetter, Agnes Kunze, Heinrich Pleticha und Carola Pohlmann (212 Seiten und 165 SW-Abbildungen, 14,50 Euro im Museumsshop, 29.- Euro im Buchhandel).

Kooperationspartner:

Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Sponsoren:

Lotto Toto Sachsen-Anhalt, Franz und Eva Rutzen Stiftung
bis 2. Juli 2006, tägl. 10-18 Uhr 
Nahezu unbekannt ist bisher die Antikensammlung der Winckelmann-Gesellschaft und des Winckelmann-Museums, die sich im Geburtshaus des Begründers der Klassischen Archäologie befindet. Die Sammlung umfaßt heute neben wenigen Plastiken vor allem griechische Vasen, Terrakotten, Bronzen und Gebrauchsgegenstände verschiedener Gattungen sowie Münzen.

Den Grundstock der Sammlung legte Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts der Schriftsteller Heinrich Alexander Stoll, der seine kleine Antikensammlung der Gesellschaft testamentarisch übereignete.

Dazu gehörten ein römischer Sarkophag und ein Sarkophagfragment mit Inschrift sowie griechische Vasen, aber auch Lampen und eine beachtliche Sammlung griechischer und römischer Münzen. Die Stendaler Antikensammlung erhielt in der Folgezeit stetig durch weitere Schenkungen von Mitgliedern der Winckelmann-Gesellschaft Zuwachs, so z.B. durch die Sammlung Wiethölter, der wir das schöne Menander-Porträt verdanken. Ergänzt wurde sie auch durch den Ankauf von Vasen, Terrakotten und Bronzen aus dem Antiken-Kabinett Gackstätter Frankfurt, a.M. Schließlich ergänzt die Antikensammlung noch eine kleine Gipsabgußsammlung, die einen schönen Querschnitt durch die griechische und römische Kunstgeschichte erlaubt darzustellen.

Der Katalog zur Ausstellung (112 Seiten mit 243 Farb- und 89 Schwarzweißabbildungen) ist zum Preis von 12,50 Euro im Museumsshop erhältlich.
 
bis 23. September 2007

Heide van Doren Betz fand auf ihren Reisen nach Mexiko ein Motiv, das sie faszinierte: Die Türen alter mexikanischer Häuser erinnerten die passionierte Sammlerin alter Kunst an die antiken Pforten in den untergegangenen Vesuvstädten. Es entstanden Fotoserien, die eine spannungsreiche Verknüpfung zwischen Alt und Neu schufen.
San Miguel del Allende ist eine "Bilderbuchstadt" aus der spanischen Kolonialzeit im zentralen Hochland von Mexiko. Kopfsteinpflaster auf den Straßen, Häuser in kräftigen Farben mit ebensolchen Türen bieten ein malerisches Bild, doch aus der strengen Kameraperspektive von Heide Betz entstehen geradezu abstrakte Kompositionen, die weit über das Folkloristische hinausweisen.
Abb.: Heide Betz: Straße in San Miguel del Allende, Fotografie

Heide Betz wurde in Bensheim in Deutschland geboren. Sie ist in Kalifornien als Kunsthändlerin und Beraterin mit einer Spezialisierung auf antiker Kunst äußerst erfolgreich tätig. In den letzten Jahren hat sie ihre Passion für die Fotografie entdeckt. Nach mehreren Präsentationen in den USA sind ihre Werke in Deutschland erstmalig im Winckelmann-Museum Stendal zu sehen.
kontakt
sitemap
impressum
SponsorSponsorSponsorSponsorSponsor