WENN GÖTZEN ZU MÄCHTIG WERDEN...
Die Instrumentalisierung der Götzen
vom Mittelalter bis zur Reformation.
am Mittwoch, dem 27. Oktober 2010 um 18.30 Uhr
im Winckelmann-Museum
Götzen haben immer nur so viel Macht wie ihnen die Menschen zugestehen. Und Menschen gestehen den Götzen viel zu. Nur so lässt es sich erklären, warum die von den Menschen selbst geschaffenen Bildwerke als Götzen diffamiert werden und infolge der Bekämpfung der Götzen von den Wänden gerissen werden. Bilderstürme in ganz Europa, von der Spätantike bis in die Neuzeit hinein fallen in diesen Kontext. Doch immer wieder gab es auch Menschen, die sich die Macht der Götzen zunutze gemacht haben. Das beginnt bei Heiligen, die Götzen stürzen, um ihre Festigkeit im Glauben zu bezeugen, geht über die Bilderstürme und endet bei den reformatorischen Streitigkeiten zwischen den Reformierten und den Katholiken. Der Papst wird zum mehrköpfigen Kalb, also zur Missgeburt, die katholische Kirche zum Esel, Luther zum siebenköpfigen Teufel und die Gefolgsleute Luthers, also die Reformierten, zu Narren. Dazwischen werden die Götzen auch mal mit Frauen und der Weibermacht gleichgesetzt, die den weisen und von Gott stets begünstigten Salomon zum Götzendienst überredeten. Die Instrumentalisierung der Götzen ist vielfältig und vor allem fantasiereich. Die wichtigsten Erscheinungen werden Ihnen vorgestellt.